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Begleitfahrzeug

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Unter dem Begriff Begleitfahrzeug versteht man ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug, das einen Schwertransport begleitet.
Unter "begleiten" versteht man das Absichern des Schwertransportes nach hinten - es soll also der Verkehr hinter dem Schwertransport gewarnt werden - aber auch vor dem Transport - um ein Freimachen der benötigten Fahrbahn zu ermöglichen.
Begleitfahrzeuge sind ein teilweiser Ersatz für die Absicherung durch die Polizei.
Die Begleitfahrzeuge wurden "entwickelt" von einem Mitarbeiter der rheinland-pfälzischen Straßenverwaltung, nachdem die Autobahnpolizei mehrfach mitteilte, dass diese nicht mehr in der Lage ist, jeden Schwertransport zu begleiten/abzusichern.

Inhaltsverzeichnis

1 Deutschland
1.1 BF1 - Begleitfahrzeug der 1. Generation
1.2 BF2 - Begleitfahrzeug der 2. Generation
1.3 BF3 - Begleitfahrzeug der 3. Generation nach § 52 Abs. 4 Nr.4 StVZO
2 Österreich




Deutschland




BF1 - Begleitfahrzeug der 1. Generation

Das erste Testfahrzeug (genannt "BF1" = "Begleitfahrzeug der ersten Generation") zur Begleitung von Schwertransporten war ein VW Golf mit per Seil herumdrehbarem Schild, welches einem Warndreieck ähnlich war. Dabei musste neben dem Fahrer noch eine zweite Person an Bord sein, um dieses Schild zu "bewegen".
Daraufhin gab es Versuche mit der Firma RIGA in Mainz mit kleinen Bussen ("Bremer", DB208/210) von Mercedes, bei denen eine Holzkonstruktion am Heck befestigt war, an der, auch wieder mit Seilzug, Schilder hervorgezogen und zurückgeschoben werden konnten. Da die gezeigten Verkehrsschilder nur tagsüber gut zu erkennen waren, nicht aber bei Nacht und Nebel, wurde nach einer Möglichkeit gesucht, diese Schilder immer erkennbar zu machen. So entstand die Idee, Verkehrszeichen, die durch Licht dargestellt werden, auf ein Fahrzeug zu bauen. Erfahrungen mit solchen durch Licht dargestellten Verkehrszeichen gab es mit der sogenannten Glasfaser-Optik. Resultat war das "BF3" ("Begleitfahrzeug der 3. Generation") mit einer sogenannten Wechselverkehrszeichenanlage (WVZ).




BF2 - Begleitfahrzeug der 2. Generation

Eine "einfache" Version eines Begleitfahrzeuges ist das "BF2" ("Begleitfahrezug der 2. Generation"), welches aus jedem beliebigen zweispurigem Fahrzeug mit mindestens einem Gelblicht auf dem Dach bestehen kann.
Ein BF2 kann jedes beliebige zweispurige Fahrzeug sein. Das Gelblicht muss hierfür nicht eingetragen sein. Zum Führen eines BF2 reicht die für das Fahrzeug notwendige Fahrerlaubnis.
Zum "Führen von Begleitfahrzeugen ohne Wechselverkehrszeichenanlage" wird kein spezieller Führerschein vorausgesetzt. Jedoch sind Grundkenntnisse beim Begleiten empfehlenswert




BF3 - Begleitfahrzeug der 3. Generation nach § 52 Abs. 4 Nr.4 StVZO

Ein BF3 muss über eine bestimmte Ausrüstung verfügen: von der Größe her sollte es mindestens ein Lieferwagen (VW Multivan, Mercedes-Benz Sprinter o.ä.) sein, auf dem eine nach der BASt geprüfte und zugelassene WVZ-Anlage montiert ist. Weiterhin müssen minimal 2 Gelbe Rundumleuchten (Rundumkennleuchten) vorhanden sein. Außerdem muss auf der Tafel am Heck eine bestimmte Fläche an Reflexmarkierung und eine Tafel mit der Aufschrift Schwertransport vorhanden sein. Das BF3 muss als solches geprüft und zugelassen sein.
Der Begriff "BF3" ist nicht als amtlich anzusehen. Offizieller Name; privates Begleitfahrzeug mit Wechselverkehrszeichenanlage.
Der Fahrer des Begleitfahrzeuges muss im Besitz eines gültigen Berechtigungsscheines der Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK) sein. Bei dieser Schulung werden Sachverhalte u.a. von der Tragfähigkeit von Brückenbauwerken usw. erläutert.
Die Behörde, die einen Schwertransport genehmigt, kann in dieser Genehmigung anordnen, ob und welches Begleitfahrzeug vor oder hinter dem Transport fährt und ob oder wo eine zusätzliche Polizeibegleitung erforderlich ist.
WICHTIG!! Das BF 3 Fahrzeug ist während einer Begleitung nach § 39 Abs. 2a StVO als ein mobiles Verkehrszeichen zu werten, d.h. die gezeigten Verkehrszeichen sind ebenso wie ortsfeste Verkehrszeichen zu beachten und werden bei Missachtung ebenso geahndet.
Die vom Begleitfahrzeug gezeigten Verkehrszeichen setzen ortsfeste Verkehrszeichen ausser Kraft!
Ausrüstung BF 3: -Aussen;
*WVZ Anlage klappbar als Dachaufsatz (Zeichen StVO 101, 276, 277) mit 2 gelben Blink oder Blitzleuchten
*rot weiss schraffierte retro reflektierende Rückfront in Folie Typ 2
*klappbares/ abnehmbares Schild "SCHWERTRANSPORT"
*2 Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumkennleuchten) nach § 52 Abs. 4 StVZO
Innen; -Kommunikationsmittel
*Telefon (Autotelefon, Handy)
*Mobilfunkgerät
*ein zusätzliches Handfunkgerät
-Absperrmaterialen
*5 Leitkegel (Lübecker Hüte)
*4 beidseitig wirkende Blitzleuchten
*4 Zeichen 101 (Warndreieck) Kantenlänge min. 600mm
*2 Warnflaggen rot/ weiss
*Warnweste
-Sonstiges
*1 Feuerlöscher 6 kg
*Höhenmessgerät
*Massband min. 20m
*Schalttafel zur Bedienung WVZ



Österreich

In Österreich werden üblicherweise Begleitfahrzeuge von eigenen Firmen gestellt und ersetzen größtenteils eine früher üblicherweise Polizeibegleitung.
Begleitfahrzeuge müssen entweder über Gelblicht, das nicht genehmigt werden muss, oder über Blaulicht, das nur auf entsprechende Genehmigung montiert und verwendet werden darf, auf sich aufmerksam machen. Zusätzlich sind meistens noch Lauflichter, die die Überholrichtung angeben oder andere optische Warneinrichtungen am Dach des Fahrzeuges angebracht.
Die Fahrer müssen geschult werden, ein spezieller Führerschein ist jedoch nicht notwendig.

Rechtliche Hinweise